In Deutschland können Eltern nicht unbegrenzte Kreativität bei der Wahl des Vornamens für ihr Kind walten lassen, denn es gibt einige Reglementierungen, die die Freiheit bei der Wahl des Vornamen mehr oder auch weniger einschränken. So sind Vornamen wie Satan, Bierstübl, Verleihnix, Oma oder Sputnik verboten.
Auch regional ist der Umgang mit der Vergabe des Vornamens durchaus verschieden. Es war früher im norddeutschen Raum durchaus keine Seltenheit, wenn der erstgeborene Sohn einer Familie den Vornamen des Großvaters väterlicherseits bekam. Bei den weiblichen Nachkommen einer Familie galt das Gleiche, nur bekamen dann die Mädchen den Namen der Großmutter. Um Verwechslungen innerhalb der Familie zu vermeiden, bekamen die Vornamen dann den damals als ehrenhaft empfundenen Zusatz „-Ohm“ (bei den männlichen Nachfahren) bzw. „-Möh“ bei den weiblichen Nachkommen. Die Großmutter hieß beispielsweise Gertje, die Mutter Jantje und die Tochter wiederum Gertje und so nannte man früher die Großmutter „Gerthe-Möh“. Heute wird diese alte Regelung kaum noch praktiziert.
Diese Überlegungen spielen heute bei der Namensvergabe kaum noch eine Rolle, sondern man orientiert sich bei der Auswahl des Namens an anderen Faktoren. Dominierten in Deutschland einst Vornamen mit christlicher und deutscher Herkunft, so gewannen später – etwa seit den 1950er Jahren - romanische und anglophone Vornamen wie Jennifer, Marco, Cindy etc. an Bedeutung. Auch das bemühen um Einzigartigkeit der Kinder soll sich für viele Eltern in der Wahl des Vornamen widerspiegeln.
Was in
Singlebörsen nicht der Fall ist. Hier überlegt man sich ein Pseudonym um
sich mit jemanden zu treffen und ihn an Hand des Namens zu erkennen.
Auch der Bedeutungsverlust des christlichen Glaubens in der Gesellschaft ist dabei ebenso ein – vielleicht unbewusster – Faktor wie beispielsweise die verstärkte Internationalisierung der Kultur oder der erhöhte Konsum der Massenmedien, in denen heute leider oft amerikanische und britische Produktionen dominieren.
Völlig unbewusst hat sich jedoch auch in den letzten Jahren diese Entwicklung ein wenig verlangsamt. Es ist heute wieder öfter zu beobachten, dass Eltern ihren Kindern bewusst alte deutsche (Hans, Marie, Max) und auch jüdische Vornamen wie Hannah, Daniel, Sarah, Lea o. ä. geben.
Hier einige Beispiele, welche Bedeutung den Namen beikommt:
Emma beispielsweise steht sowohl als „allumfassend“ als auch in der Ableitung von Imme (die Biene) „die Fleißige“. Zudem ist sie meist eine Kurzform von Namen die mit „Irm-„ beginnen.
Hans beispielsweise ist eine deutsche Kurzform des biblischen Namens „Johannes“, dieser steht auch für die Überlieferung „Gott ist gnädig“.
Sarah oder auch Sara ist ein biblischer Name hebräischer Herkunft und steht für „Herrin“ oder „Fürstin“. Darüber hinaus gibt es noch „Sahra“, was keineswegs eine weitere Form von Sarah ist, sondern hier handelt es sich um einen türkischen Mädchennamen, der für „strahlend, beleuchtend“ steht.
Paul – auch „der Kleine“ beispielsweise wird immer als ein typisch deutscher Vorname angesehen, dabei basiert der Vorname Paul - aus dem lateinischen kommend – auf dem altrömischen cognomen Paulus.